Mittwoch, 17. Juni 2009

Selbstgeschnetzelt

Extra für das Vorführen die gute Tischwäsche rausgeholt und den schönen Teller. Ich habe mir gedacht, es interessiert mal wieder, was Maurulam so zu Mittag macht. Heute gibt es Fleisch, nach Muttern Rezept und der Empfehlung vom biologisch-dynamischen Hof, Innereien ca. 1 Mal pro Monat zu verzehren und dabei auf Qualität zu achten, z.B. von den hiesigen Kühen oder Kälbern. Also, erstmal einkaufen, drin sind Kartoffeln, 1 Zwiebel, ein halber Apfel und 150g Kalbsgeschnetzeltes, welches als ganzes Stück verkauft wird und ich mir vor meinen Augen schnetzeln lasse. Es werden womöglich Reste ürigbleiben, die innerhalb kurzer Zeit zu verbrauchen sind. Man fängt mit den Kartoffeln an: Einfach schälen, waschen und an der flachen Seite halbieren, dann gründlich mit Olivenöl bepinseln. Salzen muss man sie dann gar nicht mehr. Mit der Seite nach unten auf ein Backblech legen und bei 200°C backen, bis sie aussen knusprig und innen gar sind. Schmeckt besser als alle Pommes! Während der Ofen bäckt, Die Zwiebel schälen, hacken und in der Bratpfanne glasig dünsten, den Apfel evtl schälen (spar ich mir meist) würfeln und dazugeben. Die Schnetzel evtl waschen und am Küchenkrepp trockentupfen, dazugeben. Aus Hygienegründen Einwickelpapier sofort weggeben und Hände und Tisch waschen. Alle Innereien und Schnetzel müssen sehr gut durchgegart werden, mehrere Minuten mindestens. In diesem Fall können sie es mit dem Gemüse tun, dann saugen sie den Saft auf. Ausserdem kann man so das Gemüse zwischen dem Fleisch verstecken, das sieht nach viel mehr aus. In mageren Zeiten ein guter Trick, um auch mit wenig Mitteln viel auf dem Teller zu haben! Ausschliesslich für braune Soßen verwende ich Fertigsoße (von Seitenbacher), sonst mache ich Soßen immer selbst, aber die kann ich nicht und so sind sie wenigstens mit meinem Eigenen gemischt. Pulver über die Pfanne geben, Wasser aufschütten und etwas einkochen lassen. Hier passt noch sehr gut Salz, Majoran und Zitronensaft dazu. Fertig:
Sieht doch gut aus und ist das dieswöchige Große Menü :-) Anthroposophische Kochbücher haben für jedes Lebensmittel eine bestimmte Bedeutung. Ich habe gerade keines vorliegen und sehe nur selbst, dass Inneres gut mit den fruchtigen Äpfel und Zwiebelgemüse passt. An den Bestandteilen verändere ich wenig, lasse sie so aussehen wie sie sind, ich gebe auch nur wenig Gewürz dazu, nur um den Eigengeschmack hervorzuheben. Deshalb sind die Kartoffel so gut, ich meine, die gibt es selten bei mir, und dann sollen sie auch nach Kartoffel schmecken. Erdbeeren mag ich, weil sie die Kerne aussen tragen ;-) Auch sie esse ich pur als Dessert
Laut dem Archiv des Mittelalter Lexikon http://tinyurl.com/kjl5mj ist die

Leber (mhd. leber[e], ahd. lebera, wahrscheinlich zu leben, i.S.v. Sitz des Lebens; lat. iecur, grch. hepar). Das Organ galt im MA. als Sitz der Seele und der Lebenskraft, des Zorns, der Begierde, der Liebe und anderer Affekte. Nach der ®Säftelehre war die Leber Ort der zweiten Verdauung, Produktionsstätte von Blut sowie von gelber und schwarzer Galle, die in der Gallenblase bzw. in der Milz gespeichert wurden. Hildegard hält die Leber für ein Organ zur Aufnahme und Verteilung der Säfte: „Sed iecur est in homine quasi vasculum, in qod cor et pulmo atque stomachus succos suos effundunt, quos illud iterum in omnia membra refundit ...“ In der ma. Volksmedizin wurde Präparaten aus Tierlebern entsprechend hohe Wirksamkeit zugeschrieben: allgemein galt Leber als Mittel zu Dämonenaustreibung; Fischleber half gegen Augenleiden, Hundeleber bei Bisswunden, Eselsleber bei Epilepsie usf.

6 Kommentare:

Maurulam hat gesagt…

Zur Verbesserung der Lebenskräfte hilft am ehesten Moral, die nicht sauer, sondern süss schmeckt.

Foersterliesel hat gesagt…

schöne alte schwere Gabel, Gericht sieht sehr gut aus!und diese gebackenen Kartoffeln probier ich aus sobald ich wieder ein anständiges Backrohr habe - möchtest Du nicht doch Kindern Kochen beibringen, hm?

Maurulam hat gesagt…

Och jo, ich fühl euch mit mir in der Küche wenn ich so koche und fotografiere. Ich dachte ich gebe dem Geschnetz die richtige Färbung, die aktuell angesagt ist, durch dieses Gericht.

Sag hat deine Freundin nicht Platz an ihrem Ofen, wenn du da schon badest, dass ihr nicht mal gemeinsam kocht? Freut sich doch die ganze Familie drüber.

Maurulam hat gesagt…

Fein, für heute gebe ich den Kochlöffel weiter an Sarah Wiener. Nach dem Aufstehen geht es weiter!

JANET hat gesagt…

Sarah Wiener würde sicherliche die Kleckse vor dem Servieren mit dem guten Küchentuch wegwischen.. Schade, ich würde gern mal probieren! ;O) Die Moral von der Geschicht das Auge isst mit.

WATT JIBB DIT denn HEUTE UFFN TISCH? ..nen heissen Schlag uffm kalten Teller?
Kennst Du kalten Hund? Ist ein Schokokokosfettkekskuchen, gabs im Osten zum Nachmittagstee!

yours Berliner Schnauze!

Maurulam hat gesagt…

Ich brauche noch den halben Apfel auf! Später kommt noch mehr!!

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